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Coober Pedy — die unterirdische Opalstadt im Outback

Coober Pedy ist eine der eigenartigsten Städte der Erde. Mitten in der südaustralischen Wüste, 850 Kilometer nördlich von Adelaide, hat sich um die Opalfelder eine Siedlung gebildet, in der die Hälfte der Bewohner unter Tage lebt — nicht aus Romantik, sondern weil im Sommer Lufttemperaturen von 45 °C über vier Monate hinweg nicht selten sind. In den „Dugouts" herrschen ganzjährig 22 °C.

Die Entdeckung 1915

Das erste Opal-Stück wurde 1915 vom vierzehnjährigen Willie Hutchison gefunden, der mit einer Goldsucher-Expedition seines Vaters unterwegs war. Der Name Coober Pedy stammt aus der Sprache der Kokatha — kupa piti, meist als „Loch des weißen Mannes" übersetzt.

Die Opalfelder

Das Feld erstreckt sich über rund 5.000 Quadratkilometer. Geschätzte 1,5 Millionen Sondierschächte durchziehen die Landschaft — eine vom Mondprogramm der Apollo-Astronauten gerne genutzte Vergleichskulisse. Der Opal liegt in Knollen und schmalen Bändern im kreidezeitlichen Sandstein, fünf bis dreißig Meter tief.

Dugouts — unterirdische Wohnungen

Etwa die Hälfte der rund 1.800 Einwohner lebt in „Dugouts", horizontal in die Hänge getriebenen Wohnungen. Die Innentemperatur bleibt ganzjährig konstant bei 22 °C. Die größten Dugouts sind weiträumiger als typische Vorstadthäuser; einige verfügen über Pool, Kino und Bar.

Unterirdische Kirchen und Hotels

Die serbisch-orthodoxe Kirche, die anglikanische Catacomb Church und mehrere katholische Kirchen sind unter Tage. Zwei Hotels — Desert Cave und Underground Motel — bieten Zimmer in den Fels gehauen an. Das Schlafgefühl in absoluter Stille und Dunkelheit ist außergewöhnlich.

Abbaumethoden

Die meisten Betriebe sind Kleinunternehmen. Sogenannte „Blower Trucks" saugen das gesprengt gelockerte Gestein aus den Strecken nach übertage. Der Großbergbau im klassischen Sinne fehlt. Beim jährlichen Opalfest in Coober Pedy werden die besten Funde prämiert.

Noodling — die kostenlose Suche

Besucher können „noodlen": auf markierten öffentlichen Halden Abraum durchsuchen, kostenlos. Bedeutende Funde durch Amateure sind regelmäßig dokumentiert — das Glück ist mit dem Geduldigen.

Aussichtspunkte und Umland

Die „Big Winch" auf einem Hügel über der Stadt bietet den Panoramablick auf die Mondlandschaft. Der Kanku-Breakaways Conservation Park, dreißig Kilometer nördlich, ergänzt das Naturerlebnis mit Tafelbergen und Salzpfannen.

Praktische Hinweise

Coober Pedy liegt am Stuart Highway zwischen Adelaide und Alice Springs. Der Indian Pacific-Zug hält im nahen Manguri. Wer mit dem eigenen Auto kommt, muss Wasser, Treibstoff und Geduld für die Hitze einplanen.

Filmkulisse und Diaspora

Coober Pedy diente als Drehort für „Mad Max Beyond Thunderdome" und „Pitch Black". Die Einwohnerschaft stammt aus über vierzig Ländern — Ergebnis der Nachkriegs-Opalrausch-Wellen, mit kroatischen, griechischen und italienischen Bergleuten als großen Gruppen.

Auf der Karte erkunden

Coober Pedy und die anderen großen Opalfelder Australiens (Lightning Ridge, Mintabie) finden Sie auf der interaktiven Karte, mit Öffnungszeiten und Hinweisen zur Barrierefreiheit.