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Gold Reef City und der Witwatersrand

Wenig südlich des Stadtzentrums von Johannesburg, dort wo die Goldminen früher die Skyline der Stadt prägten, liegt Gold Reef City. Vergnügungspark und Bergwerk in einem — eine Mischung, die auf den ersten Blick befremdet und beim zweiten Blick schlüssig wird: Die Park-Einnahmen finanzieren die Pflege des historischen Schachts 14 der Crown Mines, der den Besucher hundertmal weniger Geld zahlen lässt als jede klassische Industriedenkmal-Einrichtung.

Die Geologie

Das Witwatersrand-Becken ist eine 2,7 Milliarden Jahre alte sedimentäre Bogenformation von 350 Kilometern Länge. Das Gold tritt in schmalen Konglomeratbänken — den „Reefs" — auf, in Tiefen zwischen einigen hundert Metern und fast vier Kilometern.

Die Entdeckung 1886

Das offizielle Entdeckungsdatum ist der Februar 1886. George Harrison, ein australischer Goldsucher, fand auf der Farm Langlaagte westlich des heutigen Johannesburg den ersten goldhaltigen Reef. Bis Ende 1886 war der Rush in vollem Gang.

Die Burenrepublik und die Burenkriege

Der Bodenschatz führte unmittelbar in den kolonialen Konflikt. Der Zweite Burenkrieg (1899–1902) wurde im Kern um die Kontrolle des Rand-Goldes geführt. Die Südafrikanische Union (1910) war sein politisches Ergebnis.

Das Arbeitssystem

Der südafrikanische Goldbergbau stützte sich von Anfang an auf afrikanische Wanderarbeit, rekrutiert über das gesamte südliche Afrika, in „Compounds" untergebracht und zu einem Bruchteil weißer Löhne entlohnt. Diese Struktur formte das Land, lange bevor die Apartheid gesetzlich verankert war.

Industrieller Maßstab

In den 1970er Jahren reichten die Rand-Schächte 3,5 Kilometer tief; 600.000 Männer waren beschäftigt. Die Gesamtförderung des Rand überschreitet 50.000 Tonnen Gold — über ein Drittel allen je gewonnenen Goldes.

Niedergang

Die Förderung erreichte 1970 ihren Höhepunkt mit 1.000 Tonnen jährlich. Heute liegt der Rand bei einem Fünftel dieser Menge. Viele Schächte sind geschlossen; illegale „Zama-Zama"-Bergleute arbeiten in den verlassenen Strecken unter höchster Lebensgefahr.

Gold Reef City

Gold Reef City wurde 1986 auf dem Schacht 14 der Crown Mines eröffnet. Das Angebot kombiniert eine echte Untertage-Tour bis 226 Meter, ein Museum und einen Freizeitpark. Die Untertage-Tour ist das Herzstück; der Park trägt das Denkmal wirtschaftlich.

Das Apartheid-Museum

Direkt an Gold Reef City angeschlossen, aber mit eigenem Eingang, eröffnete das Apartheid-Museum im Jahr 2001. Es gilt heute als eines der wichtigsten Museen Afrikas — es erzählt die politische Geschichte eines Systems, das aus den Goldminen erwuchs.

Weiteres Rand-Erbe

Andere Erbe-Standorte sind das City-Deep-Bergmannsdenkmal und die Sterkfontein-Hominiden-Höhlen ein paar Kilometer entfernt — die Höhlen wurden überhaupt erst durch die Grubenentwässerung der nahen Minen zugänglich.

Auf der Karte erkunden

Gold Reef City und die übrigen Rand-Erbe-Standorte finden Sie auf der interaktiven Karte, mit Öffnungszeiten und Hinweisen zur Barrierefreiheit.